Tollwut ist eine Virusinfektion und kommt weltweit vor.
Übertragung:
durch den Speichel eines infizierten Fleischfressers, zumeist Fuchs, Hund oder Katze; schon das Ablecken durch einen streunenden Hund auf einer Fernreise ist eine Tollwutgefahr und muss auch so gesehen werden; darum sollte die „Tierliebe“ auf Fernreisen ihre Grenzen haben.
Anzeichen:
Der Beginn der Erkrankung kann erst bis zu 90 Tage nach dem Biss oder dem Kontakt eintreten und ist sehr unspezifisch:
- Fieber
- Übelkeit und Erbrechen
- Abgeschlagenheit und Unwohlsein
- Schmerzen an der Bissstelle
- Angstzustände
- Schlaflosigkeit
- Depressionen oder Erregungszustände.
Diese Beschwerden dauern 2 bis 10 Tage.
Da das Virus entlang der Nervenbahnen bis ins Gehirn „wandert“ und sich dort vermehrt, treten in der Folge neurologische Beschwerden auf:
- „Hecheln“
- Sprachstörungen
- Lähmungserscheinungen
- Wasser- und Lichtscheu
- „zugeschnürte Kehle“
- Verwirrtheitszustände
- Halluzinationen
- Unruhe und Bewegungsdrang
Diese Beschwerden dauern 2 bis 7 Tage und werden bei vollem Bewusstsein durchlitten. Dann fällt der Patient ins Koma und stirbt. Ist die Tollwut einmal ausgebrochen, kann man praktisch nichts mehr machen, es gibt auch keine Berichte von Menschen, die eine solche überlebt hätten.
Vorbeugung:
Der vorsichtige und verantwortungsvolle Umgang mit fremden Tieren ist, neben der Impfung, der beste Schutz vor einer Tollwutinfektion; bedenken Sie auch, dass das Virus, wenn Sie ein Hund beim Streicheln abschleckt, selbst durch kleinste, kaum wahrnehmbare Hautwunden in Ihren Körper gelangen kann! Jeder Tierkontakt, Biss, aber auch Ablecken, muss als tollwutverdächtig eingestuft werden. Es sollte so schnell wie möglich eine Tollwutimpfung begonnen werden!
Impfung:
Die Impfung wird immer als Injektion in den Oberarm verabreicht
(nicht mehr, wie früher – sehr schmerzhaft - in die Bauchdecke!).
Nicht beim Impfstoff, aber bei den Impfabständen unterscheidet man zwischen
1) vorbeugender Impfung und
2) Impfung im Verdachtsfall, d.h. nach dem Kontakt oder Biss durch ein Tier.
1) Vorbeugende Impfung
Sie besteht aus 4 Teilimpfungen
- zwischen 1. und 2. Impfung sollten 7 Tage liegen
- zwischen 2. und 3. Impfung sollten 28 (ev. nur 21) Tage liegen
- die 4. Impfung erfolgt nach einem Jahr
2) Impfung im Verdachtsfall
Sie besteht aus 4 Impfungen, jedoch werden am Tag zwei Impfdosen gleichzeitig gegeben. Zusätzlich wird eventuell noch ein Immunglobuli zur passiven Prophylaxe gegeben.
Die Impfungen werden gut vertragen. Nur selten treten leichte Lokalreaktionen auf. Gelegentlich sind auch leichte fieberhafte Reaktionen möglich.
Schutzdauer:
Die komplette vierteilige Grundimmunisierung schützt für mindestens 3 Jahre.
Die genaue, individuelle Dauer des Schutzes sollte man, auch im Hinblick auf die Gefährlichkeit der Tollwut, durch eine Antikörperbestimmung ermitteln lassen.